Melonenfest in Chiwa (Qovun Sayli): Ein Guide vom Team, das dabei war
Jeden August verwandelt sich Chiwa für drei Tage in die Melonenhauptstadt Usbekistans. Das Fest „Qovun Sayli" (Melonenfest) zählt zu den stimmungsvollsten Sommerfesten des Landes und vereint Markttreiben, Konzerte, Handwerk und die kulinarischen Traditionen Choresmiens.
Das Dolores Travel Team war 2026 im Rahmen einer offiziellen Pressereise des Staatlichen Tourismuskomitees vor Ort — im Folgenden berichten wir, was wir gesehen und probiert haben und worauf es bei der Planung ankommt.
Wann das Fest stattfindet
Qovun Sayli findet traditionell in den ersten zehn Augusttagen statt, über drei Tage, passend zum Höhepunkt der Melonenernte in Choresmien. 2026 lief das Fest vom 7. bis 9. August. Die genauen Termine für das Folgejahr werden erst im Frühsommer bekanntgegeben — den aktuellen Zeitplan finden Sie auf unserer Website oder bei unserem Team.
Warum es sich lohnt, live dabei zu sein
Das Fest wächst von Jahr zu Jahr. 2026 schaffte es „Qovun Sayli" offiziell ins Guinness-Buch der Rekorde — Chiwa stellte den Weltrekord für die größte gleichzeitige Melonenverkostung auf: 259 Menschen probierten gleichzeitig mehr als 10 Sorten choresmischer Melonen. Bei der Ausstellung wurden in jenem Jahr über 200 Melonensorten und -produkte gezeigt, und für die Dekoration der Festpavillons wurden mehr als 700 Tonnen Melonen verwendet. An drei Tagen besuchten 186.000 Menschen das Fest, davon 36.000 ausländische Touristen.
Jedes Jahr beteiligen sich 13 und mehr Bezirke und Städte der Region, jeder mit einem eigenen thematisch gestalteten Pavillon, Handwerksausstellungen und regionalen Melonensorten.
Die Eröffnungszeremonie: ein Fest von staatlichem Format

Die Eröffnungszeremonie von „Qovun Sayli" — eine Massenshow in Kostümen vor den echten Festungsmauern der Ichan-Qala.
Die Eröffnungszeremonie ist als vollwertige Theaterinszenierung direkt auf dem Gelände der Ichan-Qala aufgebaut: Die Bühne ist in die echten Festungsmauern und Tore der Altstadt integriert, flankiert von riesigen LED-Wänden, die Grafiken, Festivalsymbolik und das Bühnengeschehen selbst zeigen. Vor der Kulisse der echten Minarette und Kuppeln der Altstadt entsteht der Eindruck, als würde die alte Festung für einen Abend selbst lebendig.
Am Eröffnungsabend traten die besten Künstler Choresmiens auf — Musik, mitreißende Tänze und Lieder folgten pausenlos aufeinander, Kostüme und Farbwelten wechselten von Nummer zu Nummer. Besondere Aufmerksamkeit verdient Lazgi — ein rasanter choresmischer Tanz, der enorme Ausdauer verlangt: erstaunlich war zu sehen, mit welchem Tempo ihn Darsteller jeden Alters tanzten, von Kindern bis zu älteren Künstlern. Das Programm ergänzte eine Theateraufführung nach lokalen Liebeslegenden, und eine unerwartete Überraschung des Abends war die Darbietung einer italienischen Opernarie. Höhepunkt der Zeremonie war ein Feuerwerk über den Mauern der Ichan-Qala.
Die Eröffnungszeremonie findet als geschlossene, protokollarische Veranstaltung statt: Gäste, darunter Delegationen und Partner, erhalten Zugang zu den Tribünen über persönliche Einladungen — dicke, gebrandete Karten mit der Aufschrift „Qovun Sayli Festivali — Ochilish marosimiga — Taklifnoma" mit Hologrammsiegel. Das Hauptprogramm des Fests — Markt, Pavillons, Tagesveranstaltungen — steht allen Gästen offen, ohne Einschränkung. Für Gäste, die an geschlossenen Veranstaltungen teilnehmen möchten, ist die Unterstützung der gastgebenden Seite erforderlich — das Dolores Travel Team klärt die Möglichkeit einer Einladung mit den Organisatoren ab, eine Zusage kann jedoch nicht garantiert werden.
Wie sich das Fest von innen zeigt
Das Fest beginnt lange vor dem Eingang zum Hauptplatz — schon auf der Anfahrt nach Ichan-Qala liegt der süße Duft reifer Melonen in der Luft, und entlang der Straße reihen sich prächtige Pavillons, jeder von ihnen vertritt einen Bezirk der Region Choresmien — vom Bezirk Schowat bis zum Bezirk Koschkupyr — jeweils mit eigener architektonischer Gestaltung: geschnitzte Holzdächer, nationale Majolika, dekorative Wasserräder und vergoldete Krüge, die an die Bewässerungstraditionen der Region erinnern. Neben den Bezirkspavillons stehen aufwendig gestaltete Stände der Festivalsponsoren, jeder mit eigener architektonischer Idee. Gäste werden von Künstlern in Nationaltracht empfangen, choresmische Musik erklingt — man möchte sich am liebsten sofort dem Tanz anschließen.

Der Pavillon des Bezirks Schowat — jeder Bezirk hat seine eigene architektonische Lösung, vom geschnitzten Dach bis zur traditionellen Majolika.

Der Pavillon des Bezirks Koschkupyr — eine geschnitzte weiße Fassade mit dekorativem Wasserrad, einem Symbol der traditionellen Bewässerung Choresmiens.
In den Pavillons empfängt Personal in traditioneller Tracht die Gäste — hier sind auch Verkostungsbereiche mit lokalen Köstlichkeiten eingerichtet: Gäste nehmen an einem Dastarchan mit Fladenbrot, orientalischen Süßigkeiten und Tee in Nationalgeschirr Platz, Köstlichkeiten sind zudem auf geschnitzten Ständern aufgebaut, und Künstler in leuchtenden Kostümen sorgen für Festivalstimmung.

Gastfreundschaft beim Fest — Köstlichkeiten auf geschnitzten Ständern und Personal in traditioneller Tracht empfangen die Besucher der Pavillons.
Weiter geht es mit einer regelrechten Sortenausstellung: von Hand aufgebaute Melonenpyramiden in Menschengröße säumen die Wege, dutzende Melonensorten mit eigenen Namen — „Qora Ko'tir", „Schakarpalak", „Borikalla", „Schoji Qovun", „Qari Qiz" und weitere — liegen pyramidenförmig auf gewölbten Regalen, jede mit eigenem Namensschild. Daneben stehen ganze Installationen aus traditionellem choresmischem Brot, zu Türmen aufgetürmt. Die Pavillons sind als gewölbte Tunnel mit Teppichen und Hängelaternen gestaltet — die Gäste, darunter viele ausländische Touristen, verweilen hier lange und fotografieren jedes Detail.

Allein für die Dekoration der Pavillons werden mehr als 700 Tonnen Melonen verwendet — Berge ausgesuchter Früchte begrüßen die Gäste schon am Eingang.

Eine Ausstellung choresmischer Melonensorten — dutzende Sorten, jede mit eigenem Namensschild und eigener Geschichte, von „Schakarpalak" bis „Borikalla".
Daneben gibt es Stände mit verarbeiteten Melonenprodukten: Melonenhonig, getrocknete und kandierte Süßigkeiten, hausgemachte Konserven. Handwerker zeigen Töpferei, Weberei und Schnitzkunst — vieles lässt sich nicht nur ansehen, sondern auch selbst ausprobieren.
Der zweite Festivaltag war ein eigenständiges Ereignis: Auf dem Gelände von Arda Khiva fand ein B2B-Treffen für Tourismusfachleute statt, an dem die MICE-Abteilung von Dolores Travel sowie GoToStans — ein Unternehmen der Dolores-Travel-Gruppe — teilnahmen. Der persönliche Austausch mit Branchenkollegen in der lockeren Atmosphäre des Festivals bot Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Kooperationsmöglichkeiten zu besprechen.

Am Abend wechselte die Stimmung ins Konzertformat: DJ King Macarella verband zeitgenössische Beats mit traditionellen usbekischen Melodien, danach folgte gemeinsames Singen mit der russischen Sängerin MakSim vor 40.000 Menschen. In Choresmien versteht man sich eindeutig auf Feste — wir sind schon gespannt, was sich die Organisatoren für das nächste Jahr einfallen lassen.
Nach den Eindrücken unseres Teams besteht ein enormer Unterschied zwischen dem Lesen über das Melonenfest und dem tatsächlichen Erleben in einem Pavillon, erfüllt vom Duft hunderter choresmischer Melonensorten bei Livemusik. Das ist einer jener Fälle, in denen selbst Rekordzahlen die Atmosphäre nicht vollständig einfangen können — man muss es selbst sehen.
Die Dichte des Programms bedeutet: Ohne geplante Route verpasst man leicht die Hälfte des Sehenswerten — wir gestalten die Route üblicherweise so, dass unsere Gäste Markt, Zeremonie und Abendveranstaltungen erleben, ohne zwischen den Orten hin- und herhetzen zu müssen.
Der Eintritt zum Fest ist für alle Gäste kostenlos.
Tipps von Dolores Travel: So planen Sie Ihre Reise
Aus eigener Erfahrung — einige Dinge, die bei der Planung einer Reise zum Fest zu beachten sind.
Anreise. Wir empfehlen, Flugtickets mindestens einen Monat im Voraus zu buchen — kurz vor dem Termin sind sie kaum noch zu bekommen, egal zu welchem Preis. Als Alternative bietet sich der Zug an — der Hochgeschwindigkeitszug „Dscheloliddin Manguberdi" (Taschkent–Chiwa) oder ein regulärer Zug — oder eine Reise mit dem Auto. Internationale Gäste sollten Urgentsch in Betracht ziehen, den Chiwa am nächsten gelegenen Flughafen: Er ist gut angebunden über Istanbul, mit täglichen Direktflügen von Turkish Airlines, sowie saisonalen Direktflügen von mehreren europäischen Städten, darunter Frankfurt — eine bequeme Option gerade für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum. Die Logistik für Flug, Transfer und Unterkunft an den Festivaltagen übernimmt üblicherweise das Dolores Travel Team — angesichts des großen Besucherandrangs werden Plätze und Zimmer schnell knapp, und wir reservieren die besten Optionen frühzeitig für unsere Kunden.
Hotels frühzeitig buchen. Während des Fests empfängt Chiwa zehntausende Gäste gleichzeitig — die Unterkunft sollte Monate im Voraus fixiert werden, besonders bei neueren Hotels mit begrenztem Zimmerangebot.
Die Augusthitze einplanen. Die Tagestemperaturen sind hoch — bei richtiger Planung wird das jedoch nicht zum Hindernis, sondern Teil des Erlebnisses. Wir nennen das den „choresmischen Tagesrhythmus" — ein Programm, das sich nach Licht und Temperatur richtet, nicht nur nach einer Sehenswürdigkeitenliste: morgens, solange die Luft noch frisch ist, Ausflüge ins historische Zentrum; tagsüber, mit steigender Sonne, klimatisierte Museen und Pavillons; zur Mittagshitze Erholung im Hotel, im Zimmer oder am Pool; und gegen Abend, wenn die Hitze nachlässt, wieder hinaus — diesmal in den Farben des Sonnenuntergangs und der abendlichen Beleuchtung Chiwas.
Den Abend nach dem Hauptprogramm separat einplanen — die Restaurants bei Ichan-Qala füllen sich während des Fests schnell, ein Tisch sollte im Voraus reserviert werden.
Bei älteren Gästen in der Gruppe die Zugänglichkeit vorab prüfen — einige Restaurants der Altstadt sind nur über hohe oder enge Treppen ohne Aufzug erreichbar. Solche Details berücksichtigen wir bereits bei der Routenplanung — die Zusammensetzung der Gruppe fließt von Anfang an mit ein, damit es vor Ort nicht zu Überraschungen kommt.
Möchten Sie Qovun Sayli selbst erleben?
Kontaktieren Sie das Dolores Travel Team — wir helfen bei der Routenplanung, der Unterbringung in den besten Hotels Chiwas und klären bei Bedarf die Möglichkeit einer Einladung zu geschlossenen Veranstaltungen des Fests ab.
Häufig gestellte Fragen
Wann findet das Melonenfest in Chiwa statt?
„Qovun Sayli" findet jährlich statt, in der Regel in den ersten zehn Augusttagen, und dauert drei Tage.
Wo findet Qovun Sayli statt?
Die Hauptveranstaltungsorte sind das historische Zentrum Ichan-Qala in Chiwa und der Tourismuskomplex Arda Khiva.
Braucht man ein Ticket für das Melonenfest?
Nein, der Eintritt zum Fest ist für alle Gäste kostenlos.
Lohnt es sich, das Melonenfest in eine Usbekistan-Reise einzubauen?
Ja — nach Erfahrung des Dolores Travel Teams ist es eines der stimmungsvollsten Sommerfeste des Landes: Die Kombination aus großem Markttreiben, Kulturprogramm und Abendkonzerten vor der Kulisse des alten Chiwa macht es zu einer starken Ergänzung einer klassischen Route durchs historische Zentrum.
Welcher Rekord wurde 2026 beim Melonenfest aufgestellt?
Chiwa schaffte es ins Guinness-Buch der Rekorde für die größte gleichzeitige Melonenverkostung — 259 Menschen probierten gleichzeitig mehr als 10 Melonensorten.

